Der Ehrenschlaraffe des Reyches "Im Zillertal":
Bröselmeier, der mit der Schmalzlocke - Elvis Presley

"Bröselmeiersippung" a.U. 151
Presleyimitator 122


Bröselmeiersippung anno Uhui 151
- Presleyimitator Nr. 123
Beinahe jeder, der zwischen 1935 und 1960 geboren wurde, hat Elvis Presley als Jugendlicher erlebt - der eine mehr der andere weniger. Seine kultur- und musikgeschichtliche Bedeutung hatte das Reych „Im Zillertal“ darauf gebracht, Elvis Presley zu seinem Ehrenschlaraffen „ Bröselmeier, der mit der Schmalzlocke“ zu erküren. Aber es war auch eine Portion Humor und Persiflage dabei, zeigten doch so manche Reaktionen, wie schwierig es ist, Modernes als Kunst anzuerkennen. Ehrenschlaraffen, die nicht Deutsch sprachen, gibt es ja auch andere, aber denkt doch einmal zurück! Hat nicht Elvis in all seinen Filmen, die wir gesehen haben, deutsch gesprochen? Hat er nicht die Zeilen „ Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ weltweit populär gemacht? In der alle 5 Jahre stattfindenden „Bröselmeiersippung“ feiert das Reich „Im Zillertal“ seinen Ehrenschlaraffen. Die vielen Gäste von nah und fern beweisen in ihren Fechsungen wie junggeblieben sie sind. Alle sind sie Zeitzeugen und die Freude in ihren Augen zeigt, dass das Reich „Im Zillertal“ richtig entschieden hatte. Die Fotos stammen von der Bröselmeiersippung anno Uhui 151, am 9. des Eismond.

> Siehe auch FOTOS der Bröselmeiergedenksippung 151
Elvis Presley - Portrait eines Idols
8. Januar 1935 - 16. August 1977
(von Rt Coca-in)

Elvis Preyley - in Heartbreak Hotel

Mit „Heartbreak Hotel“ trat Elvis zum ersten Mal vor die amerikanischen Fernseher. Sein Biograph Jerry Hopkins beschreibt: "Er ließ seine weit gespreizten Beine schlottern und zuckte kaum merklich mit dem linken Knie. Es war eine Mischung von rasantem Schlürfen und Charleston-Geschlänker. Er grinste, senkte seine Augenlider, lächelte aus dem linken Mundwinkel und zuckte mit den Hüften. So etwas hatte das amerikanische Fernsehpublikum noch nie gesehen und Elvis bot es von Küste zu Küste." Alle waren ähnlich beeindruckt: "Ein junger Mann mit wirrem Haar langen Koteletten, die Gitarre umgehängt wie eine Tasche und mit seinen umschatteten Augen blickte er das Publikum an, als wolle er es hypnotisieren." Was er sang war Nebensache, aber wie er sang und wie er sich bewegte, ließ alle begeistert staunen. Elvis selbst sagt von sich, er könne nicht ruhig halten beim Singen. „Manche klopfen mit dem Fuß manche schnippen mit ihrem Finger, manche bewegen sich vor und zurück, ich mach alles zusammen.“Elvis schlug eine ganze Nation k.o. Der Ansturm auf die Plattengeschäfte setzte ein und er verkaufte seine Platten zuerst in Amerika, dann in England und schließlich in der ganzen Welt. Sein Erfolg wollte einfach nicht aufhören und bis heute hat er über eine Milliarde Platten verkauft. Ein großer Beitrag war, dass er klarmachte, welch ein gewichtiger ökonomischer Faktor Teenager sein konnten.

Die Eltern Presleys mit Sohn El

Vor Elvis war der Rock nur eine vage Geste der Rebellion gewesen, mit Elvis aber wurde er auf einen Schlag unabhängig und stabil. Und dann brachte er einen eigenen Stil hervor in Kleidung, Sprache und Sex, eine totale Unabhängigkeit in fast allen Dingen, alles das, was man heute als selbstverständlich ansieht. Das war der entscheidende Durchbruch der Jugendkultur und Elvis löste ihn aus. Das Phänomen vom Bauernjungen zum Superstar mit einer 31 Millionen Dollar Steuererklärung begann am 8.Jänner 1935 um 12 Uhr 20. Elvis Aaron Presley und sein Zwillingsbruder, der wenige Stunden nach der Geburt verstarb, kamen am 8. Januar 1935 in East Tupelo, im ländlichen Mississippi zur Welt. Die Eltern von Elvis, Gladys und Vernon Presley, waren strenggläubige, arme Farmer. Und die Mutter gab all ihre Liebe an Elvis weiter. Ihr starker Familiensinn, weiters eine zutiefst dankbar fröhliche Grundeinstellung und regelmäßige Kirchenbesuche prägten den Jungen. Die Familie Presley war finanziell nicht gerade gut gestellt, es reichte gerade zum Überleben. El`s Vater war ein erfolgloser Farmer und 1949 zog die Familie nach Memphis.Es gab nirgends Arbeit. Die Presleys lebten in einem Zimmer und sie kamen gerade durch. Die Atmosphäre dieser Stadt spielte eine wichtige Rolle im naiven und tief religiösen Elvis. An jeder zweiten Ecke stand ein schwarzer Sänger mit Gitarre und Mundharmonika und sang seinen und aller anderen Schmerz ins Land hinaus. Während seiner Schulzeit hatte sich El nie besonders hervorgetan, mit 19 war er Lastwagenfahrer.


Sam Phillips, Elvis Aaron Presley und Marion Keisker

Es war eigentlich nichts Besonderes an ihm, eben ein ziemlich kindlicher Junge vom Land, der auf einer 6 Dollar Gitarre Rhythm and Blues Idole wie Arthur Crudup, Junior Parker oder Chuck Willis kopierte. Er liebte seine Mutter abgöttisch, ein schüchterner Außenseiter der im Herbst 1953 im Sun Studio eine Platte für seine Mutter aufnahm, auf der einen Seite der Titel „My Happiness“, in diesem Jahr gerade ein aktueller Hit der Ink Spots. Für die zweite Seite wählte Elvis „That's When Your Heartaches Begin“. Dabei stach er einer jungen Sekretärin bei Sun ins Auge, Marion Keisker. Bei El´s nächstem Besuch im Jänner 1954 war auch Sam Phillips, der Besitzer der lokalen Plattenfirma anwesend und hörte sich den Jungen an, der davon träumte, ein richtig wilder Lastwagenfahrer zu sein. Wieder zahlte Elvis 4 Dollar und sang 2 Titel. “Casual Love” und “I'll Never Stand In Your Way”. Phillips suchte schon lange nach einem weißen Künstler, der wie ein Schwarzer singen konnte. Gedrängt von seiner Sekretärin, nahm Phillips den Sänger mit der schneidenden Stimme unter Vertrag und produzierte mit ihm im Sommer 1954 den Crudup Blues aus den 40er Jahren „That's All Right Mama“. Die Platte war wirklich gut. Viele Diskjockeys spielten den Titel nicht, weil sie dachten, er werde von einem Schwarzen gesungen - die Rassendiskriminierung war damals noch weit verbreitet. Sein Stil war eine Mischung von Gospel und Countryballaden, der Offbeat kam vom "Rhythm and Blues" und alles zusammen wurde mit Sex gewürzt. Seine Stimme klang gequält, mit einer eindeutigen Betonung im bislang von der Schlagerwelt gemiedenen Unterleibsbereich. „Blue Moon Of Kentucky“ war die Rückseite dieser Single und Elvis konnte sich mit seinen ständigen musikalischen Begleitern einen eigenen Rockabilly Stil erarbeiten, der laut dem Memphis Commercial die Musikwelt entflammen sollte. Grundstein dafür war auch die Identität von Lied und Sänger. Elvis lebte den Text und die Musik, wie es vor ihm noch keiner versuchte. Der Inhalt wird zu seinem eigenen Erlebnis. Dazu kamen ein innerlicher Stolz und ein unbändiger Wille, es allen zu zeigen. Elvis spielte dem Publikum keine Rolle vor und baute sich so einen unglaublichen Kontakt zu seinen Fans auf. Später funktionierte das ganze vor allem mit den Mitteln der modernen Massenpsychologie, mit Verkaufsmethoden, wie für ein Waschmittel.

< Elvis mit Manager Colonel Thomas Andrew Parker

Das Verdienst, Marketingmethoden in die Schlagerbranche gebracht zu haben, gebührt Elvis' Manager Colonel Thomas Andrew Parker alias Andreas Cornelis van Kuijk. Der Riecher des damals 46jährigen Colonel, der mit Elvis nur endlich seine erste Million machen wollte, hatte sich zum ersten Mal bewährt. Den Ehrentitel Colonel hatte er sich selbst verliehen und auch sonst hatte er keine ganz saubere Weste. Parker, ein illegaler Einwanderer, hatte in den Südstaaten als herumziehender Schausteller gelb angemalte Spatzen als Kanarienvögel den Leuten angedreht und tanzende Hühner auf heißen Blechplatten vorgeführt. Nebenbei managte er ein paar lokale Countrystars und hatte seine Nase überall drin, wo es Geld gab. Ab November 1955 wurde Parker El's Manager und trieb einen Wucher mit Elvis, der zwar maßlos und lachhaft war, aber ständig erstaunliche Erfolge und Geld brachte. Unter Parker ging es mit Elvis steil aufwärts. Rund um Memphis war zwar der hüftenwackelnde Junge ein Begriff geworden, aber sonst war aber auch schon gar nichts. Parker brachte nun das Kunststück zuwege, mit Hasardieren und Überreden die Plattenproduzenten von RCA-Victor so für diesen Unbekannten aus dem Süden zu erwärmen, dass sie ihn Ende 1955 für vierzigtausend Dollar der Zwergfirma Sun abkauften. Bei RCA saßen echte Profis, Branchenkenner, die, im Gegensatz zu Suninhaber Sam Phillips, der wohl das schlechteste Geschäft seines Lebens gemacht hatte, wussten, was man mit dieser Goldader namens Elvis hereinholen konnte. Sie hatten sich nicht verschätzt. Elvis erste RCA Platte „Heartbreak Hotel“ schaffte auf Anhieb eine Million verkaufter Singles und nach sechs Monaten waren acht Millionen über die Ladentische gewandert. Der Zeitpunkt seiner Veröffentlichung war einfach goldrichtig.

Am 30. September 1955 war James Dean tödlich verunglückt und die idollosen Jugendlichen begannen schon nach einem neuen Identifikationsobjekt zu suchen. Da war Bill Haley ein dicklicher, abgedroschener 28jähriger, der bereits spießig wurde - also nichts - Johnnie Ray fehlte einfach das Format, Pat Boone war nur für die sauberen Highschool Besucher akzeptabel und Marlon Brando war überhaupt nur wild. Und dann kam Elvis, stieß in die Bresche, räumte alle herum weg und fortan saß eigentlich nur noch er auf dem Olymp. In einer Woche im September 1956 brachte RCA sieben Singles auf einmal heraus und gleich darauf die Ballade "Love Me Tender". Sie verkaufte sich sieben Millionen Mal, dabei hatte Elvis nur einmal probieren wollen, ob er auch mit diesem Stil ankommen würde. In dieser Zeit 1956 - 1958 konnte der King einfach alles machen und es kam an. Er ließ sich im goldenen Cadillac auf die Bühne fahren, er trug einen goldenen Anzug, goldene Schuhe und Parker erklärte auf dem Cover einer LP: 50 Millionen Elvisfans können sich nicht irren. Diese 50 Millionen Elvisfans kauften nicht nur seine Platten sondern auch alles andere um Elvis wie verrückt. Elvis-Jeans, Elvis-Socken, Elvis-Fotos, Elvis-Texte, Elvis-Gitarren, Elvis-Lippenstifte in Elvis-heartbreak-hotel Pink und Hound-dog Orange. Elvis, Elvis, Elvis... es entstand eine regelrechte Industrie rund um Elvis, die soweit führte, dass RCA-Victor zu 80% nur seine Platten presste und die Gitarrenindustrie in Produktionsschwierigkeiten kam. Elvis wurde zum Markenartikel, gesetzlich geschützt.


Jerry Leiber und Mike Stoller mit ihrem Star

Der überdimensionale Erfolg lässt sich mit einigen Faktoren erklären, die zusammen diesen Boom auslösten. Ein Mosaiksteinchen stellen seine beiden Komponisten dar, Jerry Leiber und Mike Stoller. Sie waren weit und breit die kommerziellsten der Branche. Größeres Gewicht kommt El's Manager zu, er ist der Idealfall eines geglückten Managements. Und dann war Elvis noch eines: er war sexy! Für viele Eltern war Presleys Rock´n´Roll in dieser noch recht prüden Zeit vulgär und eine Gefahr für ihre Kinder. Für die junge Generation dagegen war Elvis Presley der neue Messias am Musikhimmel. Seine Texte waren zwar harmlos zu lesen, gesungen klangen sie aber schon ganz anders, mit einer sinnlichen Atemtechnik lasziv unterspielt und wenn seine Hüften kreisten, dann gab es keine romantischen Vorstellungen mehr, da wusste jeder, worüber er sang. Elvis wurde zum Ventil der erwachenden Teenager und nach dem ordentlichen Krawall im Konzertsaal gingen alle zufrieden und entspannt nach Hause. Die entfachte Elvishysterie war unbeschreiblich.


Elvis in action

Die Kritiker der ganzen Welt stellten sich zwar einhellig gegen diesen - laut der Illustrierten LOOK - „Alptraum an gutem Geschmack“. die Frauenvereine setzten durch, dass er bei der Ed Sullivan-TV-Show am 9.September 1956 ab dem Nabel mit einem schwarzen Balken überblendet wurde, da er zu obszön sei. Er wurde als Kommunist hingestellt und bekam in einer ganzen Reihe von Städten Sendeverbot. Auch zahlreiche ernstzunehmende Kritiker glaubten damals, wie die Encyclopaedia Britannica, an den baldigen Untergang dieser aufdringlichen Barbarei. Für all diese Attacken war sein einziges Gegenmittel: "Yes Sir, no Madam!". Seine Höflichkeit nahm den Angriffen viel von ihrem Schwung. Elvis schlug die Augen nieder, lächelte scheu und sprach leise und zuvorkommend. Er hatte ein ausgesprochenes Talent, sich beliebt zu machen. Dazu kamen seine unzähligen Wohltätigkeitsveranstaltungen, die von Parker entsprechend ausgeschlachtet wurden, dazwischen Berichte von verschenkten Cadillacs, Ringen und 1000-Dollar Paketen.


Blue Suede Shoes

Er war allerdings von Herzen freizügig. 1955 - damals hatte er wirklich noch nicht das große Geld, kaufte er einem Mädchen den ganzen Stoss Weihnachtskarten ab, weil es ihm in der Kälte Leid tat. Später - so im Herbst 1957 - kaufte er einfach 1400 Karten eines Footballspieles und verschenkte sie. Von seinen etwa 100 000 Dollar monatlich konnte er sich protzig wirkende Gaben schon leisten. Sein Werbeaufwand verschlang weit größere Summen und seine Plattenproduktionen waren auch ziemlich aufwendig. Mit Elvis begann auch der Objektfetischismus, mit „Blue Suede Shoes“ begann eine Welle, die bis heute läuft. Mädchen sind nicht wichtig und Geld dient nur dazu, sich schöne blaue Wildlederschuhe zu kaufen. Elvis initiierte damit eine Mode. Das war neu und wurde dann auch auf andere Dinge übertragen, Autos, Kleidung, Surfen und so weiter. Trotz dieser gut geölten Maschinerie tauchten am Horizont einige Probleme auf. Elvis hatte 1958 zwanzig (20!) Millionenhits und war erfolgreich ins Filmgeschäft eingestiegen, aber er war bereits 23!


King El wurde zum Miltär einberufen und nach Deutschland abkommandiert.

Ewig konnte er nicht als Teenagerrocker verkauft werden. Aus dem Rebellen musste etwas anderes werden, so etwas wie Frank Sinatra oder Nat King Cole. Da erschien wie ein Geschenk des Himmels Anfang 1957 der Einberufungsbefehl zur US-Army. Der ständige Trubel, die Hetzjagd von einem Termin zum nächsten brachten Elvis Anfang 1958 einen Nervenzusammenbruch nach einem Konzert ein. Der Spitalsaufenthalt und die Vorbereitungen zum nächsten Film „King Creole“ ließen Elvis ein Ansuchen um Aufschub unterschreiben. Aber am 24. März war es soweit. Elvis war GI. Nur die Fans waren unzufrieden: Elvis musste nämlich seine langen Haare auf ein militärisches Maß kürzen und der Friseur machte damit das Geschäft seines Lebens. Er verkaufte die Haare pro Stück für 5 Dollar und dem amerikanischen Staat entging durch die Einberufung etwa eine Million Dollar an Steuern. Die Zeitungsberichte vom teuersten Soldaten der Army hatten nicht übertrieben.


Elvis Presleys Wohnsitz in Bad Nauheim mitten in der Stadt

Von jetzt an begann die Umwandlung des Rockers. Er wurde zur charismatischen Gestalt, ein Vorbild mit Heiligenschein. Bei dieser Metamorphose war auch ein tragischer Anlass Mithelfer. Am 14. August 1958 starb seine Mutter Gladys. Am Tag nach dem Begräbnis waren Elvis Abschiedsworte in allen Zeitungen nachzulesen, mit Bild vom weinenden Sohn. Pervers - aber gerade damit war das alte Elvis-Image vom rockenden Rattenfänger gestorben - und was blieb, war der ordentliche Junge von nebenan. Am 22. September 1958 wurde Elvis nach Deutschland abkommandiert. Vor der Überfahrt mit dem Schiff gab er noch eine Pressekonferenz, die von RCA-Victor mitgeschnitten wurde und einen einsamen Verkaufsrekord für eine Sprechplatte schaffte: mehr als eine Million für „Elvis Sail“. Der Tanz um das goldene Kalb hatte sich nach Deutschland verlagert. Der Elvis Wohnsitz in Bad Nauheim Goethestraße 14 war ständig von Fans und Reportern umlagert. Mit ihm wohnten noch sein Vater, seine Großeltern und noch einige enge Freunde. Es kam die Zeit der ständigen Affärengerüchte. Der Bogen reichte von Vera Tschechowa bis zur Kulenkampf Assistentin Uschi Siebert. Fünf Singles erschienen in den achtzehn Monaten Deutschlandaufenthalt, die schon vorproduziert waren und die sich alle zu Millionensellern mauserten trotz einer ganze Meute von hungrigen Sängern, die die Zeit seiner Abwesenheit zur eigenen Krönungen verwenden wollten. Fats Domino, Chuck Berry, Pat Boone, Jerry Lee Lewis und Harry Belafonte - sie alle schafften es nicht.


"Are You Lonesome Tonight" - El´s Auftritt in Las Vegas

Als Elvis am 5. März 1960 wieder Zivilist wurde, stand er wieder voll imMittelpunkt. Eine überwältigende Heimkehr blies die Konkurrenz weg. Und die Veränderung nach der Army brachte ihm den bisher größten Verkaufserfolg: „It's Now Or Never“. Eine Neufassung von „O Sole Mio“ wurde neun Millionen Mal verkauft. Der King war zurück! Gleich darauf der nächste Erfolg: „Are You Lonesome Tonight“. 1924 für Al Jolsen komponiert wurde seine Version drei Millionen Mal verkauft . Die Platte war einfach perfekt. Elvis stand in einer Reihe mit Frank Sinatra, Nat King Cole und Bing Crosby. Aus dem Rocker war der seriöse Entertainer geworden. Wobei Elvis und seine Manager das Kunststück gelungen war, die Reihen seiner Fans kräftig zu verstärken. Zwischen diesen Welterfolgen drehte Elvis noch 2 Filme und absolvierte 2 Bühnenauftritte, beides Wohltätigkeitsveranstaltungen. Es sollten für lange Zeit seine letzten öffentlichen Auftritte sein. Im Februar 1961 schlug Elvis noch einmal voll zu. Mit einem Lied, das schon dutzende Jahre bekannt war, „ Torna a Surriento“, als „Surrender“ wurde es vier Mal vergoldet und kennzeichnet den Zeitpunkt eines Bruchs in Elvis Karriere.


Die Villa Graceland bei Memphis gehört zu den meistbesuchten
Attraktionen im US-Bundesstaat Tennessee. Sie ist zu einer
Pilgerstätte für Elvis-Fans geworden.

Plötzlich gab es keine Tourneen mehr, neue Platten machten sich rar und auch Elvis selbst ließ sich nur noch selten in der Öffentlichkeit sehen. Statt des Königs des Rockn´n´Roll wurde sein goldener Cadillac durch die Lande geschickt und die Fans durften diese Reliquie bestaunen. Die Memphismafia war geboren. In riesigen 100tausend Dollar Villen scharte Elvis seine Freunde um sich, meist Kumpels aus seiner deutschen GI Zeit. Platz war in seinen Häusern ja genug. Die Villa „Graceland“, am Abend blau angestrahlt, hatte 27 Zimmer ohne Nebenräume. Elvis zog sich zurück. Keine Auftritte, keine Interviews, nur noch Filme. Insgesamt wurden es über 30 öde, fade Musikschinken, schnell gedreht, ohne Handlung. Aber immerhin jeder mit einer Einspielgarantie von einer Million Dollar und 50% der Einnahmen Verdienst. Elvis wurde aufs Eis gelegt. Für die Weltausstellung in Seattle zog er seinen Goldlaméanzug aus und das zehntausend Dollar Prunkstück wurde mit seiner Gitarre ausgestellt und so lief die Promotionmaschinerie noch immer auf vollen Touren, währenddessen sich der König des Rock´n´Roll daranmachte gut über die heraufkommende Beat-Zeit zu kommen.


Im Film Charro war Elvis erstmals nur als
Schauspieler zu sehen. Es war sein bester Film!

Eine neue Teenagergeneration war herangewachsen und der Schwerpunkt der Popmusik hatte sich von Amerika nach England verlagert. Die Zeit war einfach reif für einen neuen Stil. Die Beatles verdankten Elvis sehr viel. Am Beginn ihrer Karriere übernahmen sie die gängigen Rockmuster, so wie sie waren, nur die Liedinhalte boten den Teenagern eine neue Identität an. Vom präerwachsenen Rocker wandelte sich die Szene zum selbstbewussten Jugendlichen. Rund um Elvis änderte sich auch in der ersten hälfte der 60er Jahre nichts. Er drehte seine Filme, hatte zwar keine Hits mehr in den Hitparaden, machte aber trotzdem noch in seiner schlechtesten Zeit über 5 Millionen Dollar pro Jahr. Trotz der Beatles, Rolling Stones und Bob Dylan kamen für Elvis goldene Schallplatten am laufenden Band. Hits wie „Devil In Disguise“, „Bossanova Baby“ und andere erklommen zwar nicht die Spitze der Hitparaden, aber eine unglaublich stabile Elvis Fangemeinde verhalf praktisch jeder Platte zu Gold. Die Fanclubs waren eine der geniehaften Ideen von Colonel Parker. Sie hat es zwar schon früher gegeben, aber unter El's Manager wurden sie das lokale Aushängeschild. Sie hatten Exclusivbezugsrechte für Elvisprodukte und ein Plattenabonnement - das war der Trick! Jedes Fanclubmitglied bestellte automatisch die nächste Elvissingle oder LP, je nach Mitgliedschaft. Bei zeitweise mehr als einer Million Mitgliedern erscheinen die Verkaufserfolge schon nüchterner.


El mit Frau Priscilla
und Tochter Lisa

Am 1. Mai 1967 steht Elvis wieder in allen Zeitungen. Seine überraschende Hochzeit mit Priscilla Beaulieu füllt die Spalten, wobei ungeheuer romantische Kennenlerngeschichten aufgetischt werden. Tatsächlich war die Romanze schon recht alt, sie reicht bis nach Deutschland zurück. Priscilla war damals erst vierzehn Jahre alt und die wohlbehütete Tochter eines Captains in Wiesbaden. Der ganzen Geschichte im Juni 1959 wurde jedoch nicht viel Gewicht gegeben. Es roch mehr nach einem neuen Reklamegag von Parker, der damals gerade die Masche vom Affairen-Elvis durchzog. In den Jahren danach ging Priscilla bei Presley ein und aus. Aber auch das war nicht auffallend. Sogar sein Manager war von der Hochzeit in Las Vegas überrascht. Kurz gesagt - alle staunten. Bei den Jungvermählten änderte sich nichts. In Graceland ging weiterhin die Memphismafia ein und aus. Der Meister drehte Filme. Im Film „Charro“ war Elvis erstmals nur als Schauspieler zu sehen, die aufgepfropften Gesangseinlagen fehlten. Es war sein bester Film. Weihnachten 1967 produzierte Elvis ein halbstündiges Band für 350 Rundfunkanstalten mit einem fünf Sekunden langen Glückwunschtext. Ansonsten war Elvis für den Rundfunk schon weg vom Fenster, aber zu Ostern und Weihnachten wurden noch immer Elvis Platten gespielt und mit seinen Gospelliedern ist er auch ein Star dieser Musikrichtung. Am 1. Februar 1968 bekam die Familie Presley Zuwachs. Die Geburt von Lisa Marie steht für einen Wendepunkt. Elvis wurde wieder agiler, die Fettpolster verschwanden und er begann sich von seinen Freunden abzusetzen. Die Differenzen von Parker und seinem Schützling wurden auch von Tag zu Tag härter, und im Juni 68 war es so weit: Elvis rebelliert offen gegen seinen Manager, indem er bei der Aufzeichnung seines ersten TV - Specials der alten schwarzen Lederkluft den Vorzug gibt, statt sittsam Frack und Mascherl anzuziehen. Eigentlich hatte schon keiner mehr geglaubt, dass Elvis seinen selbst gewählten Olymp einmal verlassen würde. Er hatte 100 Millionen Dollar verdient und stand schon deshalb außerhalb der Sphäre seiner Kritiker. Es war eigentlich vollkommen egal, was er weiter machen würde.


Der King ist wieder da! Eine gute Nummer folgte der
nächsten. Der erste Live-Auftritt nach acht Jahren
findet im Hotel International in Las Vegas statt.

Er war ungeschlagen zurückgetreten und lebte in der Erinnerung seiner Fans strahlend wie eh und je weiter. Alles war wie im Märchen: Elvis der am Gipfel seines Ruhmes zu den überirdischen Göttern entrückt wurde. Da gab es aber noch diesen englischen Bergmann namens Tom Jones. Er feierte respektable Erfolge, die Mädchen waren wild wie schon lange nicht mehr und er wollte ganz offensichtlich auch so hoch hinauf wie Elvis. Die Fangemeinde des Größten war in Gefahr. Ein noch größerer wollte sie übernehmen. Noch dazu war der Plattenverkauf so schwach wie nie zuvor und bei all dem Geld hingen ihm die blöden Filme auch schon zum Hals heraus. Elvis wollte einfach nicht mehr Einsiedler sein. Wie immer war Elvis - wie als jugendlicher Rocker - dann am besten, wenn er revoltierte. Als äußeres Zeichen wurden seine Haare wieder länger und dann startete Elvis das laut TIMES wohl beeindruckendste Comeback in der Popmusik. Die Fernsehsendung am 3. Dezember 1968 schlägt alle Rock´n´Roll Konkurrenten auf die gebührende Distanz. Elvis zeigt den wahren Meister. Zeitlos und für ewig präsentiert er sich als Rocker aller Stilrichtungen. Im Jänner 69 begann eine sechs Tage lange Plattenaufnahme in seiner Heimatstadt Memphis. Elvis produzierte vierzig Songs, darunter den Millionenhit „In The Ghetto“. Damit war es geschafft. Mit dieser Nummer sprach Elvis sowohl seine alten, inzwischen gut 30-jährigen Fans, wie auch die jugendliche Beatgeneration an, die mit diesem genau abgewogenen Protestlied angesprochen wurde. Daneben erscheinen weitere perfekt gemachte Platten. Die Stimme hat wieder Biss und so können alle - einschließlich der Kritiker - feststellen: "Der King ist wieder da!" Eine gute Nummer folgte der nächsten. Der erste Live-Auftritt nach acht Jahren findet im Hotel International in Las Vegas statt. Die Prominenz des Show Business ist komplett vertreten. Frank Sinatra war genauso dabei wie Sammy Davis Junior, Barbara Streisand und Cary Grant. Sie alle wohnten der Inauguration wie einer weihevollen Handlung bei.


Elvis produzierte 1969 vierzig Songs, darunter
den Millionenhit "In The Ghetto".


Das Ganze machte sich auch sofort bezahlt. Zum besten Entertainer 1969 wurde Elvis Presley gewählt. Diesen Sensationsauftritt in Las Vegas, von dem die Kritiker nur in Superlativen berichteten, folgten Tourneen kreuz und quer durch die USA. Alle Auftritte waren spätestens zwei Stunden nach Kassaeröffnung ausverkauft. Der gewohnte Geldregen setzte wieder ein. Die Platten verkauften sich wieder in den üblichen Millionenstückzahlen. „Suspicious Minds“ wurde vier Mal vergoldet. Eine eigene Autobuslinie wurde zu Graceland eingerichtet. Die durchschnittliche Pilgerzahl blieb bei 2000 pro Tag. Sie strömen herbei, sehen sich das im Kolonialstil erbaute Prunkhaus an, schießen ein paar Fotos, schreiben Ansichtskarten, und waren wenigstens einmal dort.


Ein kurzes Aufflackern war die Elvisshow „Aloha From Hawaii“.

Im August 72 kam der Rückschlag. Priscilla hatte die Nase vom meist abwesenden Gatten voll und packte die Koffer. Damit war Elvis wieder out. Sein Gesang klang leer und näherte sich immer mehr dem Klischee einer Gesangsmarionette, ohne Engagement, es war einfach nichts mehr drin. Ein kurzes Aufflackern war die Elvisshow „Aloha From Hawaii“. Mit einer Milliarde Zusehern via Satellit brach sie alle Rekorde. Aber sie brachte keine neuen Käufer mehr, was auch kein Wunder war. Elvis produzierte zwar Masse aber statt Qualität gaben die Rillen nur noch Aufgewärmtes von sich. Dezember 73 wurde die Scheidung bestätigt. Zuerst sollte nach wochenlangen Verhandlungen die Abfindung knapp 2 Millionen betragen, dann aber klagte Priscilla auf 30 Millionen Dollar und bekam sie auch zugesprochen. Das alles schlug sich auf den Magen und Elvis musste anfangs 74 für einige Wochen ins Spital. Seit dieser letzten Erfolgsperiode von 69 bis Juni 72 erschienen keine wirklich guten Platten mehr vom König des Rock´n´Roll. Die Plattenfirma brachte nur noch aufgewärmte Sammelplatten auf den Markt, aber keinen Hit mehr. Die Konzerte waren aber nach wie vor ausverkauft. Der Mythos hielt und hält noch. In den folgenden Jahren gab Elvis 160 Konzerte pro Jahr. Er hatte Probleme mit seinem Gewicht. Jahr für Jahr unterwarf er sich strengen Abmagerungskuren um den gewaltigen Anforderungen auf der Bühne gerecht zu werden.


Ein Idol ist tot. Allein an diesem Tag wurden 20 Millionen Elvisplatten verkauft. 80.000 Fans kamen zu seiner Beerdigung am 18. August nach Graceland.

Am 16. August 1977 nachmittags starb Elvis Presley in Memphis Tennesee. Offiziell starb Elvis an "Herzrhythmusstörungen“ - ein Euphemismus für seinen jahrelangen Medikamentenmissbrauch, der zusammen mit seinem ungesunden Lebensstil zu seinem frühen Ende führte. Ein Idol ist tot. Allein an diesem Tag wurden 20 Millionen Elvisplatten verkauft. 80.000 Fans kamen zu seiner Beerdigung am 18. August nach Graceland. 75 000 kamen zu seinem 20. Todestag.

Quellen: ORF, Internet, Rt Coca-in

 

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