Wissenswertes über Schlaraffia

Auf dieser Seite soll dem Leser “Schlaraffia” etwas näher gebracht werden. Ganz kann man das Wesen Schlaraffia's erst dann verstehen, wenn man Sippungen ein paar Mal selber besucht hat. Schlaraffia gibt es auf der ganzen Welt und überall wird man gern aufgenommen und herzlich begrüßt.

Das schlaraffische Spiel

Das schlaraffische Spiel wird in “Reychen” gespielt. Die Mitglieder des Vereines sind die “Sassen” - Knappen, Junker und Ritter. Das Spielfeld ist die “Sippung”. Das Spiel selber wird von den anwesenden Rittern, Junkern und Knappen bestimmt, genauer gesagt von Menschen, die so tun als ob sie Ritter, Junker oder Knappen wären. Dazu müssen sie bestimmte, genau festgelegte Spielregeln in Worten und Handlungen einhalten. Verstoßen sie dagegen, werden sie vom “fungierenden Oberschlaraffen” oder anderen Sassen in feierlich entrüsteter Art darauf aufmerksam gemacht und zur Ordnung gerufen.
Der Ablauf einer Sippung (eines Treffens) ist durch “Spiegel und Ceremoniale” (Satzung und Spielregeln) vorgegeben und somit im ganzen “Uhuversum” (in allen Reychen) gleich.

 

Der Uhu
Spiegel §3: "Jedes Schlaraffenreych steht im Sinne des schlaraffischen Humors unter dem Schutze Uhus, der bei Ergüssen der Freude als "Aha" und überall, wo ein den Zwecken der Schlaraffia widerstrebendes Element zutage tritt, als "Oho" sich offenbart." Die heutige Verehrung des Uhu als "Schutzgeist" der Schlaraffia ist Ergebnis einer Entwicklung, die Elemente des Griechentums und anderer Mythologien mit einschließt.

Knappen, Junker und Ritter
Die “Sassenschaft” ist das Reych! Sie besteht aus Knappen, Junkern und Rittern. An der Spitze des Reyches stehen bzw. sitzen (während einer Sippung) auf dem "Thron" die drei “Oberschlaraffen” - der OI (Oberschlaraffe des Inneren), der (Oberschlaraffe des Äußeren) und der OK (Oberschlaraffe der Kunst). Sie werden während der Sippung ehrfurchtsvoll mit “Eure Herrlichkeit” angeredet.
Die Geschäfte des Reyches führt der “Kantzler”, dem die Anrede “Euer Vieledlen” gebührt. Er hält Verbindung zum Verwaltungszentrum Allschlaraffias, der “Zentralkantzlei”, zu den befreundeten Reychen, dem Allschlaraffenrat, den Ehrenrittern usw.
Der "Reychsmarschall" verfasst und führt die “Reychsmatrikel” (Mitgliederliste), die “Ehrenmatrikel” (Liste aller Auszeichnungen) und die "Sippungsprotokolle". Nur er ist berechtigt - allerdings nur auf Befehl des "Fungierenden" (=der Oberschlaraffe, der die Sippung leitet) den “Tamtam” (den Gong) zu schlagen - ein schier unglaubliches Privileg!

 

Die “Rostra”, der “Güldene Ball” und die “Ämbter”

Die “Sippung” ist das Spielfeld Schlaraffias. Das Spiel wird von den anwesenden Rittern, Junkern und Knappen bestimmt, genauer gesagt von Menschen, die “so tun, als ob” sie Ritter, Junker oder Knappen wären. Der Ablauf einer Sippung ist , wie schon oben erwähnt, durch “Spiegel und Ceremoniale” vorgegeben und somit im gesamten Uhuversum gleich.
Jede Sippung besteht aus zwei Teilen, die sich deutlich voneinander unterscheiden.

* Der erste Teil, der "ambtliche Teil", ist in erster Linie dem Ceremoniale gewidmet. “Einritt” und Begrüßung der Gastrecken, Verlesen der Protokolle, Reiseberichte von Sassen, die in andere Reyche eingeritten sind, Ehrungen verdienstvoller Schlaraffen, schlaraffische und profane Geburtstagsfeyern (Wiegenfeste), usw...
Der Ceremonienmeister tritt in Aktion, denn er betreut die von anderen Reychen “einreytenden” Sassen und führt sie durch das Spalier der Knappen, Junker und Ritter des Reyches zum Thron. Darüber hinaus leitet und überwacht er die Zeremonien, die im Laufe der “Winterung” zelebriert werden.

* Nach dem Abschluss des ersten Teils folgt eine "Schmus- und Atzungspause". Während derselben oder auch schon während des ersten Teils wird die Fechsungsliste herumgereicht, auf welche sich jeder Sasse eintragen kann, der plant, im zweiten Teil auf die "Rostra" (Rednerpult) zu steigen und etwas vorzutragen.

* Im zweiten Teil der Sippung werden "Fechsungen" vorgetragen, d. h., jeder kann etwas zum Besten geben - gleich ob Prosa, in Versform oder musikalisch (Ausnahme: bloß Witze zu erzählen, ist verpönt). Dies kann etwas Gefechstes, d. h. Selbstverfasstes, sein, oder man trägt ein Werk eines anderen Autors vor. Die Sippungen stehen in vielen Fällen unter einem besonderen Thema, zu dem man seinen Beitrag bringen kann, aber nicht muss.
Weitere sehr wichtige Reychsämbter sind:

Unser Kantzelar, Fanfarenmeister
und Zinkenmeister Rt ABe-CD
Der Ceremonienmeister
Rt Leisereiter
Junkermeister Rt VAL
Burgvogt, Mundschenk, Reychskellermeister, Kämmerer - Allroundgenie Rt Coupe-di

Der "Junkermeister" - er "erzieht" und unterweist mit unerbittlicher Strenge (!) die Knappen und Junker und steht für deren Verhalten in der Sippung gerade. Sein Disziplingerät ist die "Knute". Ihm steht die Anrede "Euer Gestrengen" zu.
Der "Reychsschatzmeister", der den auch bei Schlaraffen wichtigen "Mammon" (= Geld) sammelt und verwaltet, ist nicht um sein Ambt zu beneiden, da er oft wegen übergroßen Geizes beschimpft wird. Er dirigiert den "Säckelmeister", der "Pönen" (= Strafen) und sonstige Abgaben bei den Sassen eintreibt.
Wichtig für den erfolgreichen Ablauf des Spiels ist auch der "Zinkenmeister", der auf dem "Clavizimbel" (= Klavier) die fröhlichen und feyerlichen Lieder begleitet, Fanfaren spielt und häufig auch solistisch tätig ist.
Wohl dem Reyche, das einen guten "Hofnarren" hat! Dieser kann jederzeit ohne zu fragen (jeder andere muss den Thron um´s Wort bitten) das Wort ergreifen und witzig kommentieren und sogar angreifen, ohne dass er vom Fungierenden "gepönt" (= bestraft) wird.
So wichtig diese Würdenträger und Ambtsinhaber auch sind, im Prinzip bestimmen die drei Oberschlaraffen den geistigen Kurs des Reyches. Sie sind die Spielleiter. Dies können sie allerdings nur bis zur nächsten Wahl, die alljährlich am Ende der Winterung stattfindet - eine weise und demokratische Entscheidung!

Die Sprache der Schlaraffia
Die Schlaraffia zeichnet sich durch eine eigene Sprache aus, obschon die schlaraffische Sprache auf der ganzen Welt deutsch ist. So gibt es aber eine Reihe von Wörtern, Wortgruppen und Bedeutungen, die wahrscheinlich aus dem Althochdeutschen abgewandelt übernommen wurden.

Ein paar Beispiele der schlaraffischen Sprache:
Reych - Gebiet in dem sich der Verein niedergelassen hat
Sippung (Verb: sippen) - Treffen, Versammlungen der Schlaraffen
Gletscherburg, Burg - Raum
, in dem sich die Mitglieder treffen
Fechsungen (Verb: fechsen) - Vorträge (musikalische , in Prosa oder in Gedichtform vorgetragene Werke)
Winterung - Zeit von April - Oktober, in der die Sippungen abgehalten werden
einreyten - besuchen einer Sippung in einem fremden Reych
Ritter, Junker, Knappen - Mitglieder der schlaraffischen Gemeinschaft

Atzung und Labung
− Essen und Trinken (Verben: atzen und laben)
Clavicimbel − Klavier
Quell − Bier
Lethe − Wein
Schaumlethe − Sekt
Quasselstrippe − Telefon
Lulu − Gruß (vom Lateinischen "Ludum ludite!" = Spielt das Spiel!
Ehe! - Prost!
Ihi- Schnaps

 

Landesverband Austria - ZVR 618 366 713
FARBEN: Grün-Weiß
Gegründet am: 30.3.109
Sippungsabend: Dienstag Glock 8:05 des Abends
Kantzelar: Rt Abe-CD, der diplomatische Saitenklauber -
SR Alois Eberharter; 6263 FÜGEN; Buchbinderweg 12
Tel.: +43(0)5288/66096
Emailadresse: alois.eberharter@aon.at
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